Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium

Philosophie


Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,

Sie alle haben schon in dem einen oder anderen Moment einmal philosophiert. So stellen sich häufig philosophische Fragen beim Anschauen eines Bildes oder eines Kinofilms. Sicherlich sind Ihnen Filme wie „Truman Show“ (USA, 1998) oder „Matrix“ (USA, 1999) bekannt, die in verschiedener Art und Weise Fragen nach der Gewissheit unserer Wirklichkeit und ob wir die Wirklichkeit überhaupt erkennen können, aufwerfen. Wenn Sie sich also nach dem Anschauen von einem solchen Film angeregt mit Freunden oder der Familie unterhalten, beginnen Sie zwangsläufig zu philosophieren. Philosophische Fragen faszinieren schon seit Jahrtausenden die Menschheit und sind ganz typisch für die Philosophie, Fragen wie: „Wer bin ich?“, „Ist der Mensch frei?“, „Darf ich lügen?“, „Gibt es einen Gott?“, „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“. Vor allem dann, wenn wir mit schwierigen Lebenssituationen konfrontiert werden, stoßen wir auch auf diese.

Im Philosophieunterricht nähern wir uns Fragestellungen und möglichen Antworten auf unterschiedliche Weise. Dies geschieht durch eigene Überlegungen, durch Gedankenexperimente, Diskussionen mit anderen sowie durch Textlektüre. Philosophieren heißt mit Gedanken spielen und experimentieren, Gedanken analysieren, sie mit anderen Gedanken vergleichen und die Standfestigkeit von Gedankengebäuden überprüfen. Dabei wird der Unterricht von vier Grundfragen in Anknüpfung an Immanuel Kant geleitet und in Themengebiete unterteilt: Was ist der Mensch (Anthropologie)? Was soll ich tun (Ethik)? Was kann ich wissen (Erkenntnistheorie)? Was darf ich hoffen (Metaphysik)?

Wir wollen im Unterricht mit Hilfe der eigenen Vernunft die Welt in und um uns ergründen und dabei auch neue Wege des Denkens bestreiten, wie es uns der Philosoph Thomas Nagel 2008 anhand seinen Überlegungen über die Beschaffenheit der Welt zeigt:

„Für gewöhnlich zweifeln wir nicht an der Existenz des Bodens unter unseren Füßen oder des Baumes draußen vor dem Fenster oder unserer eigenen Zähne. […] Woher wissen wir jedoch, ob es [diese] Dinge auch wirklich gibt? Wäre es denn anders für uns, wenn sie nur in unserem Bewusstsein existierten-wenn all das, was wir dort draußen für die wirkliche Welt hielten, nichts als eine gigantische Halluzination oder ein Traum wäre, aus dem wir niemals aufwachen werden?“                  in: Lothar Aßmann (2015): Zugänge zur Philosophie. Einführungsphase. Cornelsen-Verlag, Berlin, Vorwort.

Philosophieren ist ein Abenteuer im Kopf. Von der Wirklichkeit laufen unendliche Fäden in mögliche Welten, in denen der menschliche Geist auf Entdeckungs- und Abenteuerreisen gehen kann. Für diese Expeditionen benötigt der Reisende erfahrene Reiseführer; wo fände er kundigere als unter den großen Philosophen, den Spezialisten für Gedankenexperimente und intellektuelle Abenteuer?

Ihre Philosophielehrer*Innen

C. Bigus, N. Dittrich, K. Glasneck, O. Pein, B. Tenbieg