Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium

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Theaterproduktionen unter der Leitung von D. Kjer-du Vinage und T. Preuss

 2016

"Good Morning, Boys And Girls" von J. Zeh.

Ein Amoklauf erschüttert die Gesellschaft und reflexartig stellen wir uns die Frage, wer Schuld hat. Die Schule? Die Computerspiele? Das Elternhaus?

In diese Falle tappt Juli Zeh mit ihrem Stück „Good morning, boys and girls“ nicht. Das Publikum erlebt zwar die Innensicht eines Jugendlichen und meint daher, nachvollziehbare Gründe für solch eine Tat zu erkennen, aber genauso wie man keine Erdbeben vorhersagen kann, greifen auch hier alle unsere Erklärungsansätze zu kurz.

Das Drama nähert sich dem Amoklauf auf gleichzeitig intelligente und erschreckende Weise und ist damit allen allzu einfachen Deutungsversuchen weit voraus.

Die Oberstufen-Theater-AG des Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasiums stellt sich der Aufgabe, dieses Stück, das erst im Jahre 2010 uraufgeführt wurde, zu inszenieren. Dabei hat die Schauspieltruppe der Versuchung widerstanden, simple Antworten auf diese komplexen Fragestellungen zu geben. 

 

2011

"Ein Sommernachtstraum" von W. Shakespeare

Alle Entscheidungen, die die Liebe betreffen, sind kompliziert und verworren. Auch in Athen. Demetrius will die schöne Hermia ehelichen. Diese schielt allerdings auf den in ihren Augen ungleich attraktiveren Lysander. Hermias bester Freundin Helena scheint ihre ganze Schönheit gar nichts zu helfen. Bei Demetrius kann sie einfach nicht landen…

Am griechischen Hof entsteht aus diesen Liebesproblemen eine kleinere Staatskrise, in die alle miteinander verwickelt werden; sogar ein randständiger Trupp theaterunbegabter Handwerker. Wie wenig frei alle Handelnden sind, zeigt sich, als sie aus unterschiedlichen Gründen in den nahen Wald geraten, in dem nicht sie selbst, sondern das luftige Elfenreich die Macht besitzt. Diese humorbegabten aber moralisch zweifelhaften Nachtgestalten verwandeln alle Beteiligten in ‚scheckige Narren’ – und entfalten sowohl kurze traumartige Zustände als auch echte Alptraum-Beziehungen.

So laufen verschiedenste Stränge in einen unscharfen, aber schillernden „Sommernachtstraum“ zusammen. 

 

2010

"Bankensterben", frei nach "Frank der Fünfte" von F. Dürrenmatt.

Erstaunlich aktuelle Innenansicht einer Bank, die nur Menschen einstellt, die ihre kriminelle Energie ausreichend unter Beweis stellen.

 

2009

"Die Blechtrommel", frei nach G. Grass. Die Inszenierung war Preisträger des Wettbewerbes des Lübecker Grass-Hauses, anlässlich des 50. Jubiläums des Romans "Die Blechtrommel".

Meister Bebra sitzt Gericht über Oskar Matzerath, der nicht erwachsen werden will.

 

2008

"Sansibar oder der letzte Grund", frei nach A. Andersch.

Kann man das? Einen Auftrag haben, ohne den Geist zu binden?

Diese Frage stellt sich der junge Untergrundkämpfer Gregor, als er 1937 in der Kirche von Rerik an der Ostsee auf die kleine Skulptur von Ernst Barlach trifft, auf den „Lesenden Klosterschüler“. Einerseits konzentriert und vertieft in die Lektüre scheint es doch andererseits, als könne dieser jederzeit aufstehen und sagen: Das ist nicht wahr. Es ist eben dieses kritische, selbständige Denken, das die Nazis an dieser Figur so sehr fürchten, dass sie sie als so genannte „entartete Kunst“ zerstören wollen. Doch es ist nicht nur der Klosterschüler, der vor den Nazis gerettet werden muss. Auch für Judith Levin ist der kleine Ostseehafen die letzte Chance zu fliehen. Die einzige Hoffnung richtet sich auf den Fischer Knudsen, der nicht daran denkt, sein Leben aufs Spiel zu setzen..

In Alfred Anderschs „Sansibar oder der letzte Grund“ trifft durch Zufall eine kleine Gruppe von Menschen aufeinander, von denen sich jeder einzelne nach der Freiheit sehnt. Doch erst die Begegnung mit dem „Lesenden Klosterschüler“ lässt sie eigenverantwortlich handeln und eine Freiheit im Denken und Handeln finden, eben den letzten Grund. 

 

2007

"Die Verführung der alten Dame", frei nach F. Dürrenmatt.

Rache besitzt uns, mehr noch als Liebe. Äußerliche Genugtuung rettet nie unsere verletzte Seele.

 

2006

"Das Spiel ist aus", nach J.-P. Sartre.

Zwei Menschen bekommen, da sie sich in ihrem bisherigen Leben nicht begegnet sind, aber füreinander bestimmt waren, noch einmal 24 Stunden, um sich zu treffen. Die Lebensumstände beider Personen sprechen dagegen.